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Der Super-G – ausgeschrieben Super Giant Slalom – ist eine Speeddisziplin des alpinen Skirennsports. Er verbindet hohe Geschwindigkeiten mit einer technisch anspruchsvollen Kurssetzung. Die Tore stehen weiter auseinander als im Riesenslalom, aber enger als in der Abfahrt.

Ein Super-G wird normalerweise in nur einem Lauf entschieden. Anders als bei der Abfahrt gibt es keine Trainingsläufe auf dem gesetzten Rennkurs. Die Athleten dürfen die Strecke vor dem Rennen lediglich besichtigen und müssen sich dabei Linie, Geländeübergänge, Sprünge und Schlüsselstellen einprägen.

➡ Der Super-G ist keine technische Disziplin zwischen Riesenslalom und Abfahrt, sondern gehört gemeinsam mit der Abfahrt zu den Speeddisziplinen.

Was ist ein Super-G?

Beim Super-G fahren die Athleten einen durch rote und blaue Tore vorgegebenen Kurs. Ziel ist es, alle Tore regelkonform zu passieren und in möglichst kurzer Zeit das Ziel zu erreichen.

Im Vergleich zum Riesenslalom sind die Kurven länger und die Geschwindigkeiten höher. Gegenüber der Abfahrt verlangt der Super-G häufiger Richtungswechsel und eine technischere Linienwahl.

Typische Anforderungen sind:

  • hohe Geschwindigkeit und aerodynamische Fahrposition
  • präzise Linienwahl
  • schnelle Anpassung an Gelände und Kurssetzung
  • stabile Skiführung bei hohen Kräften
  • kontrolliertes Fahren über Sprünge und Kuppen
  • gute Vorbereitung während der Kursbesichtigung

Da es nur einen Rennlauf gibt, lässt sich ein Fehler nicht in einem zweiten Durchgang korrigieren.

Wie läuft ein Super-G-Rennen ab?

Ein Super-G wird grundsätzlich in einem einzigen Lauf ausgetragen. Der Athlet mit der schnellsten fehlerfreien Zeit gewinnt.

Vor dem Rennen findet eine Kursbesichtigung statt. Dabei dürfen die Rennläufer den Kurs nicht mit Renngeschwindigkeit durchfahren. Sie bewegen sich kontrolliert entlang der Strecke und analysieren unter anderem:

  • Torabstände und Kurvenradien
  • Geländekuppen und Kompressionen
  • Sprünge und Landebereiche
  • steile und flachere Streckenabschnitte
  • mögliche Gleitpassagen
  • Schneebeschaffenheit und Pistenhärte
  • Stellen, an denen Geschwindigkeit kontrolliert werden muss

Trainer dürfen den Athleten Informationen zum Kurs geben. Die endgültige Linienwahl und Umsetzung liegen während des Rennens jedoch beim Fahrer.

➡ Die Kursbesichtigung ersetzt im Super-G den Trainingslauf und ist ein entscheidender Bestandteil der Rennvorbereitung.

Warum gibt es im Super-G keine Trainingsläufe?

Bei einer Weltcup-Abfahrt absolvieren die Athleten vor dem Rennen normalerweise offizielle Trainingsfahrten auf der Strecke. Im Super-G gibt es solche Trainingsläufe nicht.

Dadurch müssen die Rennläufer den Kurs allein anhand der Besichtigung, ihrer Erfahrung und der Informationen des Trainerteams einschätzen. Dies stellt hohe Anforderungen an:

  • Streckengedächtnis
  • Geländeerkennung
  • Risikoeinschätzung
  • Linienplanung
  • spontane Reaktion während des Laufs

Die Strecke als Gelände kann den Athleten aus vorherigen Rennen oder Trainingseinheiten bekannt sein. Die konkrete Torfolge des aktuellen Super-G dürfen sie vor dem Rennen jedoch nicht mit Renngeschwindigkeit testen.

Wie ist eine Super-G-Strecke aufgebaut?

Eine Super-G-Strecke verbindet schnelle Gleitpassagen mit längeren Kurven, Geländeübergängen, Kuppen und Sprüngen. Die konkrete Gestaltung hängt von Gelände, Homologation, Sicherheitsmaßnahmen und Kurssetzung ab.

Eine allgemeingültige Streckenlänge von beispielsweise 1.200 bis 2.000 Metern ist keine zuverlässige Beschreibung für jeden Super-G. Aussagekräftiger ist der vorgeschriebene Höhenunterschied.

Auf höchstem internationalem Niveau gelten folgende Bereiche:

Männer400 bis 650 m
Frauen400 bis 600 m

Für niedrigere FIS-Ebenen, Nachwuchsklassen und andere Wettbewerbe können abweichende Vorgaben gelten.

Die Strecke muss durch Sicherheitsnetze, Polsterungen und ausreichend dimensionierte Sturzräume abgesichert sein. Die Kurssetzung soll hohe Geschwindigkeit ermöglichen, gleichzeitig aber kontrollierbare Richtungsänderungen vorgeben.

Wie sind die Tore im Super-G aufgebaut?

Ein Super-G-Tor besteht grundsätzlich aus vier Stangen und zwei rechteckigen Torflaggen beziehungsweise Panels. Die Tore werden abwechselnd in Rot und Blau gesetzt.

Nach den internationalen Regeln gelten je nach Torform unterschiedliche Breiten:

offenes Tor6 bis 8 m
vertikales Tor8 bis 12 m

Der Abstand zwischen den Drehstangen zweier aufeinanderfolgender Tore muss mindestens 25 Meter betragen. Die genaue Anzahl der Richtungsänderungen richtet sich unter anderem nach dem Höhenunterschied und der jeweiligen Wettbewerbsebene.

Die Drehstangen sind flexibel ausgeführt. Anders als im Slalom werden die Tore jedoch nicht bewusst mit Schienbein oder Oberkörper weggeblockt. Eine möglichst enge Linie kann zu leichtem Kontakt führen, eine starke Kollision kostet aber in der Regel Zeit und kann den Fahrer aus dem Gleichgewicht bringen.

➡ Im Super-G werden die Tore eng passiert, aber nicht wie Slalomstangen aktiv aus dem Weg geschlagen.

Wann ist ein Super-G-Tor korrekt passiert?

Ein Tor ist korrekt passiert, wenn beide Skispitzen und beide Füße die vorgeschriebene Torlinie überqueren. Wird ein Tor ausgelassen oder auf der falschen Seite passiert, kann dies zur Disqualifikation führen.

Ein leichter Kontakt mit Stange oder Torflagge ist grundsätzlich kein Torfehler. Entscheidend ist die korrekte Linie von Füßen und Skiern.

Nach einem Fehler kann ein Athlet theoretisch versuchen, zum Tor zurückzukehren. Aufgrund der hohen Geschwindigkeit, des Geländes und des großen Zeitverlusts ist dies im Super-G jedoch nur selten sinnvoll oder sicher möglich.

Welche Ski werden im Super-G verwendet?

Super-G-Rennski sind länger und weniger stark tailliert als Riesenslalom-Ski. Gegenüber Abfahrtsski sind sie normalerweise etwas kürzer und besitzen einen kleineren Mindestradius.

Typische Eigenschaften sind:

  • großer nomineller Radius
  • lange, laufruhige Konstruktion
  • hohe Torsionssteifigkeit
  • sportlicher und kraftvoller Flex
  • schmale Skimitte
  • ausgeprägte Vorspannung
  • Materialaufbau für hohe Geschwindigkeit und starke Belastungen
  • Rennplatte und leistungsorientierte Bindung

Die Ski sind auf lange Kurven, Kantengriff und Stabilität bei hohem Tempo ausgelegt. Sie benötigen viel Platz und verlangen eine sehr gute Fahrtechnik.

Ein großer Radius bedeutet nicht, dass der Ski ausschließlich Kurven mit exakt diesem Wert fährt. Aufkantwinkel, Belastung und Durchbiegung beeinflussen den tatsächlich gefahrenen Kurvenradius.

Aktuelle FIS-Vorgaben für Super-G-Ski

Für die Saison 2025/26 gelten bei Olympischen Winterspielen, Weltmeisterschaften, Weltcup, Junioren-Weltmeisterschaften und Continental Cups folgende Vorgaben:

Mindestlänge205 cm210 cm
Mindestradius40 m45 m
Maximale Mittelbreite65 mm65 mm
Maximale Schulterbreite95 mm95 mm
Maximale Standhöhe des Systems50 mm50 mm

Auf niedrigeren FIS-Ebenen gelten teilweise andere Mindestlängen. Dort sind für die Saison 2025/26 mindestens 200 cm bei den Frauen und 205 cm bei den Männern vorgesehen.

Für Nachwuchs- und Masters-Klassen bestehen weitere Sonderregeln. Vor einem offiziellen Rennen müssen deshalb immer Wettbewerbsebene, Altersklasse und aktuelle FIS-Ausgabe geprüft werden.

Die Vorgaben sollen vergleichbare Rahmenbedingungen schaffen und das Material an die hohen Geschwindigkeiten der Disziplin anpassen. Sie garantieren jedoch nicht automatisch Kontrolle oder Sicherheit.

➡ Ein im Handel als „Super-G“ oder „Race“ bezeichneter Ski erfüllt nicht automatisch die aktuellen FIS-Bestimmungen.

Welche Schutzausrüstung wird im Super-G verwendet?

Aufgrund der hohen Geschwindigkeit benötigen Super-G-Fahrer eine umfangreiche Renn- und Schutzausrüstung. Dazu gehören unter anderem:

  • zugelassener Rennhelm für Speeddisziplinen
  • Skibrille mit großem Sichtfeld
  • Rückenprotektor
  • Rennanzug entsprechend den FIS-Vorgaben
  • schnitthemmende Unterbekleidung gemäß Wettbewerbsvorgaben
  • modell- und reglementabhängiges Airbag-Protektorsystem
  • Handschuhe und Skistöcke für Speedrennen

Die konkreten Pflichten können sich je nach Wettbewerbsebene und Saison ändern. Helm, Protektoren und Airbag dürfen nicht eigenmächtig verändert werden, wenn dadurch Zulassung oder Schutzwirkung beeinträchtigt werden.

Wie werden die Startnummern im Super-G vergeben?

Im Weltcup richtet sich die Startreihenfolge nach der World Cup Start List, kurz WCSL, sowie nach den jeweils gültigen Regeln für Speedrennen.

Die bestplatzierten Athleten bilden eine bevorzugte Startgruppe. Innerhalb dieser Gruppe werden die frühen Startnummern nach einem festgelegten Wahl- und Auslosungsverfahren vergeben. Danach folgen weitere Startgruppen entsprechend der Rangliste und den FIS-Punkten.

Die genaue Verteilung der Nummern kann zwischen Reglementversionen verändert werden. Deshalb sollte ein Lexikonartikel keine vermeintlich dauerhaft gültige Nummernfolge als allgemeine Regel darstellen.

Eine frühe Startnummer kann Vorteile bieten, wenn die Piste frisch präpariert ist. Sie kann aber auch nachteilig sein, wenn:

  • die Ideallinie erst durch mehrere Fahrer freigelegt wird
  • Temperatur und Schnee später günstiger werden
  • Nebel oder Schneefall nachlassen
  • Windverhältnisse wechseln

Umgekehrt können spätere Fahrer durch Spuren, Schläge und weicheren Schnee benachteiligt werden.

➡ Eine hohe Startnummer schließt ein Spitzenergebnis nicht aus. Ihr Einfluss hängt stark von Wetter und Pistenentwicklung ab.

Unterschied zwischen Super-G und Riesenslalom

Kategorietechnische DisziplinSpeeddisziplin
Rennläufenormalerweise zweieiner
Torabständeengerweiter
Geschwindigkeitniedrigerhöher
Skikürzer und stärker tailliertlänger und mit größerem Radius
Trainingslaufneinnein
Typische Herausforderungpräzise Kurvenfolge und hoher KantendruckLinienwahl bei hoher Geschwindigkeit und wechselndem Gelände

Der Riesenslalom ist technischer gesetzt und wird über zwei Läufe entschieden. Im Super-G müssen die Athleten bereits im einzigen Rennlauf die richtige Linie finden.

Unterschied zwischen Super-G und Abfahrt

KategorieSpeeddisziplinSpeeddisziplin
Rennläufeeinereiner
Trainingsläufekeine offiziellen Trainingsläufe auf dem gesetzten Kursoffizielle Trainingsfahrten vor dem Rennen
Torabständeenger und kurvenreicherweiter und stärker auf Geschwindigkeit ausgerichtet
Geschwindigkeitsehr hochin der Regel noch höher
Rennskikürzer und kleinerer Radiuslänger und größerer Radius
StreckenkenntnisBesichtigung und StreckengedächtnisBesichtigung plus Trainingsfahrten

Die Abfahrt enthält häufig längere Gleitpassagen und höhere Sprünge. Der Super-G verlangt im Verhältnis mehr Richtungswechsel und eine stärker kurvenorientierte Linienwahl.

Bekannte Super-G-Strecken

Super-G-Rennen werden auf zahlreichen bekannten Weltcupstrecken ausgetragen. Der Kalender kann sich von Saison zu Saison verändern.

  • Kitzbühel: Die Super-G-Kurssetzung nutzt Teile der Hahnenkamm-Strecken und verbindet hohes Tempo mit anspruchsvollen Geländeübergängen.
  • Beaver Creek: Die Birds-of-Prey-Strecke ist für steile Passagen, Sprünge und technisch anspruchsvolle Kurven bekannt.
  • Val Gardena/Gröden: Die Saslong kombiniert lange Gleitabschnitte mit Kompressionen und wechselndem Gelände.
  • Kvitfjell: Die Olympiabakken bietet schnelle Passagen und wird regelmäßig für Speedrennen genutzt.
  • Cortina d’Ampezzo: Die Olimpia delle Tofane gehört zu den bekannten Speedstrecken des Frauen-Weltcups.
  • Wengen: Auch auf Teilen der Lauberhornstrecke wurden Super-G-Rennen ausgetragen.

Ein Austragungsort ist nicht automatisch jedes Jahr Bestandteil des Weltcupkalenders. Wetter, Schneelage und organisatorische Entscheidungen können zu Verlegungen oder Absagen führen.

Prägende Athleten im Super-G

Zu den besonders erfolgreichen Super-G-Fahrern verschiedener Generationen gehören unter anderem Hermann Maier, Pirmin Zurbriggen, Aksel Lund Svindal, Kjetil Jansrud, Marco Odermatt, Lindsey Vonn, Katja Seizinger, Renate Götschl und Lara Gut-Behrami.

Nach Abschluss der Saison 2025/26 führen Hermann Maier bei den Männern und Lindsey Vonn bei den Frauen die historischen Listen der meisten Weltcupsiege im Super-G an.

Da aktive Athleten weitere Rennen gewinnen können, sollten genaue Rekordzahlen und aktuelle Ranglisten über die offizielle FIS-Datenbank geprüft werden.

Häufige Missverständnisse

  • „Super-G ist eine technische Disziplin.“ Nein. Super-G gehört gemeinsam mit der Abfahrt zu den Speeddisziplinen.
  • „Super-G besteht aus zwei Durchgängen.“ Nein. Das Rennen wird normalerweise in einem Lauf entschieden.
  • „Vor dem Super-G gibt es Trainingsfahrten wie bei der Abfahrt.“ Nein. Die Athleten dürfen den gesetzten Kurs nur besichtigen.
  • „Die Strecke ist immer zwischen 1.200 und 2.000 Meter lang.“ Nein. Die Streckenlänge hängt vom Gelände ab; das Reglement arbeitet vor allem mit Höhenunterschied und Kurskriterien.
  • „Alle Super-G-Ski müssen mindestens 205 cm lang sein.“ Nein. Auf höchstem FIS-Niveau gelten 205 cm für Frauen und 210 cm für Männer.
  • „Frauen und Männer fahren denselben Mindestradius.“ Nein. 2025/26 gelten auf höchstem Niveau mindestens 40 m für Frauen und 45 m für Männer.
  • „Die Tore werden wie im Slalom weggeschlagen.“ Nein. Ein leichter Kontakt kann vorkommen, bewusstes Blocken ist aber keine typische Super-G-Technik.
  • „Eine niedrige Startnummer ist immer besser.“ Nein. Wetter, Sicht und Pistenentwicklung können auch spätere Nummern begünstigen.

FAQ

Was bedeutet Super-G?

Super-G steht für Super Giant Slalom. Es handelt sich um eine alpine Speeddisziplin mit höheren Geschwindigkeiten und größeren Torabständen als im Riesenslalom.

Wie viele Läufe hat ein Super-G?

Ein Super-G wird normalerweise in einem einzigen Rennlauf entschieden. Der schnellste fehlerfreie Athlet gewinnt.

Gibt es vor dem Super-G einen Trainingslauf?

Nein. Die Athleten dürfen den Kurs besichtigen, aber nicht mit Renngeschwindigkeit trainieren. Offizielle Trainingsläufe gibt es bei der Abfahrt.

Wie weit stehen die Tore im Super-G auseinander?

Zwischen den Drehstangen aufeinanderfolgender Tore müssen mindestens 25 Meter liegen. Offene Tore sind 6 bis 8 Meter breit, vertikale Tore 8 bis 12 Meter.

Wie lang sind Super-G-Ski?

Auf höchstem FIS-Niveau gelten in der Saison 2025/26 mindestens 205 cm für Frauen und 210 cm für Männer. Auf niedrigeren Ebenen können andere Mindestlängen gelten.

Welchen Radius haben Super-G-Ski?

Auf höchstem internationalen Niveau beträgt der Mindestradius 2025/26 bei Frauen 40 Meter und bei Männern 45 Meter.

Ist Super-G schneller als Riesenslalom?

Ja. Die Tore stehen weiter auseinander, die Ski sind länger und die Strecken ermöglichen höhere Geschwindigkeiten.

Ist Super-G schneller als Abfahrt?

Normalerweise nicht. In der Abfahrt sind Torabstände und Gleitpassagen größer, sodass häufig höhere Spitzengeschwindigkeiten erreicht werden.

Was passiert bei einem Torfehler?

Wer ein Tor nicht korrekt passiert, wird normalerweise disqualifiziert. Beide Skispitzen und beide Füße müssen die vorgeschriebene Torlinie überqueren.

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